Drücke „Enter”, um zum Inhalt zu springen.

Der neue Nachbar

CarolynHelm 0

Es klingelte an der Haustür und Zoé schrak von ihrem Laptop hoch. Sie zögerte einen Moment, dann huschte sie zur Haustür. Neugierig linste sie durch den Spion in der Tür. Tatsächlich. Das war der neue Nachbar. Er war groß und gutgebaut. Unter perfekt in die Stirn frisierten Strähnen leuchteten ein Paar strahlendblauer Augen. „Hallo schöner Mann.“, wisperte sie, ehe sie nach der Türklinke griff und sie schwungvoll öffnete.
Dabei schlug sie sich den Kopf an der Türzarge an. „Au!“, rief sie und rieb sich die Stirn, statt sexy vor ihm zu posieren.
„Alles in Ordnung?“, fragte der Mann sofort besorgt nach und streckte gleich hilfsbereit die Hände aus.
„Ja, geht schon.“, zischte Zoé, rieb noch einmal verstohlen über ihre Stirn und lächelte den Mann dann an.
„Ich bin Julian. Ich bin grade eingezogen.“, stellte er sich vor.
„Zoé“, stellte sie sich vor, lächelte anzüglich und lehnte sich in den Türrahmen. Zumindest versuchte sie das, doch sie verpasste den Türrahmen und kippte in den Flur.
Julian verkniff sich das Grinsen. „Alles in Ordnung?“, fragte er besorgt und ging vor ihr in die Knie.
„Ja.“, zischte Zoé schmerzerfüllt und rieb über ihren Arm, auf dem sie bei ihrem Sturz unglücklich gelandet war.
„Das sieht aber gar nicht gut aus.“ Julian hab die Hand und strich Zoé das Haar aus der Stirn. Sein Blick klebte an der Stelle, die sie sich gestoßen hatte.
„Ach, geht schon.“
Julian schüttelte den Kopf. „Nein, wirklich. Das sieht alles andere als gut aus. Du solltest es vielleicht kühlen.“
Zoé erhob sich und Julian folgte der Bewegung. Das unangenehme Schweigen folgte auf dem Fuß, als sie sich in der offenen Tür gegenüberstanden. ‚Komm schon, Zoé, sag etwas. Lad ihn zum Essen ein.‘, dachte sie, tat es dann aber doch nicht.
„Gut, also. Hat mich gefreut, dich kennen zu lernen.“, verabschiedete Julian sich.
‚Das wäre jetzt die perfekte Gelegenheit, ihn herein zu bitten.‘; meldete sich eine kleine Stimme in ihrem Kopf. „Mich auch!“, antwortete sie ihm rasch und nahm die Hand, die er ihr anbot, um sie zu schütteln.
Sie schüttelte seine Hand einen Moment zu lang und zog ihre Hand dann peinlich berührt zurück. Julian lächelte verlegen, dann drehte er sich um und ging.
Zoé schloss die Tür und lehnte sich dagegen.
„Das hast du ja wieder toll gemacht, Zoé.“, schimpfte sie mit sich selbst. „Da steht einmal ein gutaussehender Mann vor deiner Haustür und du musst es wieder versauen.“
Sie wirbelte zu Spiegel herum, der an der Wand im Eingangsbereich hing, um ihre Stirn in Augenschein zu nehmen.
„Das habe ich gehört!“, rief eine Stimme von draußen und Zoé biss auf ihre Unterlippe. Sie löste den Blick von der langsam wachsenden Beule auf ihrer Stirn und öffnete die Tür wieder.
Julian, der sich von außen gegen die Tür gelehnt hatte, verlor das Gleichgewicht, als Zoé sie plötzlich öffnete und fiel ihr in den Arm.
Lachend langen die beiden auf Zoés schneeweißem Fliesenboden. Als sie sich beruhigt hatten, grinste Julian: „Du kannst mir ja die Stadt zeigen. Ich hol dich heute Abend ab.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere